Weiter an der Spitze

Geschrieben von bandke am in American Football, Red Cocks

665069_528908250478826_1747332459_oEs war nur „ein glücklicher Sieg“ formulierte Headcoach Andy Reichel am Ende des 3. Regionalligaspiels der American Footballer der Frankfurt (Oder) Red Cocks. Dem kann man uneingeschränkt beipflichten. Aber was zählt ist ein Sieg mit 21:16 (07:00/14:10/00:00/00:06) zugunsten der Frankfurter im Heimspiel gegen die Leipzig Lions, die nur 1 Woche nach dem grandiosen Auswärtssieg der Frankfurter in Leipzig zum Rückspiel nach Frankfurt kamen. Die Roten Hähne sind damit nach 3 Spielen in der laufenden Saison weiterhin ungeschlagen und an der Tabellenspitze.

Doch zurück zum Spiel. Die Hähne kickten den Anstoß bis tief in die Leipziger Hälfte. Die Löwen kamen mit ihrer Offense gar nicht zum Zuge und mussten punten. Der Punt misslang völlig und wurde von den Hähne an der 15 Yard-Linie der Leipziger gesichert. Die Frankfurter Offense damit mit einer idealen Ausgangssituation. Doch schon jetzt zeigte sich, dass die Leipziger Verteidigung diesmal deutlich besser auf das Frankfurter Spiel eingestellt war und der Frankfurter Angriff nicht so überzeugend wie vor einer Woche agieren konnte. In 4 Versuchen gelang weder ein First Down noch der Touchdown. Leipzig bekam den Ball an der eigenen 11 Yard-Linie. Gleich im 1. Versuch Interception (Pass des Gegners angefangen) durch #31 Zeljko Stevanovic und erneute ideale Ausgangssituation für den Angriff um Quarterback #2 Enrico „Wes“ Stiegemann. Diesmal lief es besser. Energischer Lauf durch Runningback #35 Ricardo Böhm in die Endzone und mit dem geglückten Zusatzversuch durch #11 Tim Bialas stand schon mal 07:00. Überhaupt kam Ricardo Böhm am heutigen Tag deutlich besser zum Zuge als noch vor einer Woche. Nicht nur, dass die Offenseline in ihrer regulären Besetzung gut vorblockte und die Lücken schaffte, sondern auch ein variables Laufspiel schaffte häufig über außen ausreichenden Raumgewinn. Der Rest des 1. Viertels war ein einziges Hin und Her. Es gab Turnovers (Ballwechsel zum Gegner) mit Fumbles und einer Interception durch Enrico Stiegemann. Vierte Versuche wurden gepuntet oder von beiden Mannschaften nicht erfolgreich ausgespielt. Höhepunkt noch in Punt der Frankfurter bis tief in die gegnerische Hälfte. Der Ball konnte vom Leipziger Returner nicht gesichert werden, war noch 2x frei und landete letztendlich in der Leipziger Endzone. Nur leider hatten zwischenzeitlich die Schiedsrichter etwas voreilig abgepfiffen und so musste alles wiederholt werden.

Nach dem 1. Wechsel schien alles so weiter zu gehen. Leipzig puntete und Frankfurt startete an der eigenen 30 Yard-Linie. Doch diesmal ein „Big Play“. Runningback Ricardo Böhm bekam die Lücken von seinen Vorblockern, lief zwischen einigen Verteidigern noch im Slalom hindurch und konnte dann zu einem langen Lauf bis in die Endzone durchstarten zum erneuten Touchdown. Wieder gelang der Zusatzkick durch Tim Bialas und die Führung wurde auf 14:00 ausgebaut. Doch Leipzig ließ sich nicht lumpen. Gleich im Gegenzug ein erfolgreiches Fieldgoal aus ca. 30 Yard zum zwischenzeitlichen 14:03. Frankfurt packte nun auch mal die Trickkiste aus. Nachdem die Mannschaft nach dem Kickoff an der eigenen 49-Yard-Linie anfing, musste sie im 4. Versuch eigentlich punten. Doch Punter Tim Bialas täuschte an, lief los und machte 15 Yard gut. Nach dem Spielzug ein unsportliches Verhalten eines Frankfurters und es ging 15 Yard zurück. Dann im 2. Versuch ein Quarterback Sack, bei dem Enrico Stiegemann auch noch den Ball verlor, der von Leipziger Seite gesichert wurde. Allein diese Szenen waren typisch für dieses Spiel, in dem sich Licht und Schatten regelmäßig abwechselten. Die Leipziger Löwen nutzten das Momentum. Der anschließende Drive endete knapp 2 Minuten vor Ende der Halbzeit mit einem langen Pass und anschließenden Lauf in der Frankfurter Endzone. Nach dem erfolgreichen Zusatzkick verkürzte Leipzig auf 14:10. Aber wieder bewiesen die Frankfurter Hähne Moral und zeigten einen der besten Drives an diesem Tag. Mit dem Zeitdruck der auslaufenden Spielzeit begann man nach dem sehr guten Return des Kickoffs von Leipzig und einer Offsidestrafe an der gegnerischen 44-Yard-Linie. Erst ein Lauf zum First Down. Dann im 4. Versuch ein Revers-Lauf zum First Down durch den schnellen Widereciever #80 Max Kunze, der schon in Leipzig toll zu überzeugen wusste. Und zum Schluss an der 11-Yard-Linie im 3. Versuch Pass auf #11 Tim Bialas, der in der Endzone akrobatisch schön den Ball fing. Den Zusatzversuch besorgte er ebenfalls erfolgreich, so dass die Red Cocks mit 21:10 in die Halbzeit gingen.

Das 3. Quarter war eine Kopie des Leipziger Spiels. Die Löwen drückten und gab sich noch lange nicht geschlagen. Die Defense der Hähne hielt dagegen. Auch als Leipzig nur 1 Yard vor der Endzone stand. Zum Ende des Quarters noch eine Interception durch Zeljko Stevanovic. Und auch das 4. Quarter ähnelte dem der Vorwoche. Es kam zunehmend Spannung auf. Die Leipziger erhöhten nochmals den Druck auf den jungen Frankfurter Quarterback und seinen Angriff. Die eigene Offense marschierte wiederholt und holte ein First Down nach dem anderen. Jetzt zeigte sich wieder der Teamgeist von Leipzig. Und auch die Zuschauer und die Cheerleader zogen mit und feuerten die Defense an. Frankfurts Angriff brachte kaum noch was Zählbares zu Stande und trennte sich regelmäßig per Punt vom Ball. Aber die hochgepuschte Verteidigung von Frankfurt hielt stand. Im ersten Leipziger Drive den finalen 4. Versuch abgewehrt, im 2. Drive den Pass vom Quarterback geblockt und dann durch Defense-Captain #4 Daniel Stechbarth persönlich gesichert. Aber im 3. Drive dann doch noch einmal ein „Big Play“ der Leipziger. Nach gutem Pass konnte der Widereciever mehrere Tackle-Versuche der Frankfurter Verteidiger brechen und wurde erst 3 Yard vor der Endzone gestoppt. Die 2-Minuten-Warnung war bereits durch die guten Schiedsrichter angesagt. Der nächste Pass wurde in der Endzone gefangen und Leipzig verkürzte auf 21:16. Nun mussten 2 Punkte her, um mit einem Fieldgoal noch Gleichstand erzielen zu können. Doch die anschließende Two-Point-Conversion war ein inkompletter Pass. Den anschließenden Onside-Kick von Leipzig sicherte Center #69 Oliver Frütsch, so dass die Offense nur noch abknien brauchte.

Im Schlusshuddle fand der heisere Headcoach der Frankfurter harte Worte zu seinen Spielern. Es war „wenig Fluss im Spiel“, „das Timing stimmte nicht“ und es gab „zu viele Unkonzentriertheiten“. Letztendlich war es „ein Krampfspiel“. Sieht man das Ergebnis und 3 Siege in 3 Spielen mag es ein Widerspruch sein. Aber es zeigt auch, dass die selbst gesteckten Ziele und die eigenen Ansprüche der Mannschaft in diesem Jahr deutlich höher sind. Daran gemessen, hat der Coach recht. Allerdings darf es auch mal ein Sieg mit viel Glück und weniger Glanz sein. Was als positiv bleibt, ist der Einsatz der ganzen Mannschaft, das intakte Teamgefüge und der unbedingte Wille zum Sieg. Damit sollte man auch in der nächsten Woche beim Spiel gegen einen weitere Dauerrivalen, den Magdeburg Virgin Guards, wuchern können. Bleibt zu hoffen, dass einige verletzte Starter sich schnell auskurieren können und voll einsatzbereit sind. Wiedermal ruhen die Hoffnungen auf dem Medic Staff, seinen Künsten und seiner Einsatzbereitschaft.

 

Autor: Doc Fischer

Trackback von deiner Website.

Kommentieren