Schwer erkämpfter Auswärtssieg für Rote Hähne

Geschrieben von bandke am in American Football, Red Cocks

Am vergangenen Samstag absolvierten die American Footballer der Red Cocks ihr erstes Auswärtsspiel der laufenden Regionalligasaison. Dazu fuhren sie zum teils hoch gehandelten Favoriten der Liga, den Leipzig Lions. Die Rückreise jedoch traten die Roten Hähne mit einem schwer erkämpften 24:14 (07:16/00:08/07:00/00:00) Sieg an. Groß war der Jubel am Ende, waren doch die Voraussetzungen für das Spiel alles andere als gut. Insgesamt 10 Spieler, darunter mehrere Starter, fehlten überwiegend berufsbedingt, so dass man nur mit der Mindestspielstärke von 25 Spielern zum Passcheck antrat. Demgegenüber standen auf Leiziger Seite 38 Spieler, teils mit Erfahrungen aus höheren Ligen. Dazu waren die Frankfurter Coaches unüblicherweise nicht gerade mit Filmmaterial von Leipziger Seite verwöhnt worden. Nichtdestotrotz verstand es Headcoach Andy Reichel seine Rumpfmannschaft nicht nur bis in die Haarspitze zu motivieren, sondern auch sehr gut einzustellen. Auch Offense Coordinator Jean-Jacques Hitthaler präsentierte insbes. in der ersten Halbzeit einen abwechslungsreichen Spielplan, der von der Offense unter Führung des an diesem Tag ausgezeichnet und variabel agierenden Quarterbacks #2 Enrico „Wes“ Stiegemann teils sehenswert umgesetzt wurde.

Es begann das Spiel mit dem Return des Kickoffs der Lions, den Returner #7 Patrick Krüger bis an die eigene 40 Yard-Linie trug. Dann folgte ein langer und holpriger Drive der Red Cocks. Zweimal unterstützen die Gegner die Frankfurter, in dem sie durch Strafen Firstdowns ermöglichten. Zweimal wurde von den Frankfurtern der 4. Versuch erfolgreich ausgespielt. So gelang man in die Red Zone der Leipziger und der Quarterback selbst erlief den ersten Touchdown des Tages. Gleich im Anschluss konnte auch der Zusatzversuch (Two-Point-Conversion) mit einem Pass auf Widereciever #25 Ronny Koschwitz erfolgreich abgeschlossen werden und man setzte mit der 08:00-Führung gleich mal eine Duftmarke. Der Gegenzug der Leiziger endete in der Mitte des Feldes mit einem Fumble, den Oldie-Liner #54 Sebastian Schäfer sichern konnte. Überhaupt hat sich das mittlerweile 39-jährige Urgestein der Red Cocks nicht nur bei seinen Trainern sondern auch bei seinen Mitspielern allerhöchsten Respekt verdient, musste doch auch er teilweise sowohl in der Offense als auch in der Defense ran und kämpfte sich eisern durch. Das erste Viertel ging abwechselungsreich weiter. Nach einem schlechten Punt der Hähne kamen die Löwen wieder in Ballbesitz. Diesmal lief es besser und der Drive wurde erfolgreich mit einem Pass-Touchdown abgeschlossen, bei dem das Backfield der Hähne überhaupt nicht gut aussah. Nachdem auch der Extrapunkt gut war, stand es 07:08. Doch die Frankfurter konterten bravourös. Einen Pass über ca. 35 yard aus der eigenen Hälfte von Enrico Stiegemann abgefeuert, fing Widereciever #80 Max Kunze in vollem Lauf und sprintete dank seiner enormen Schnelligkeit auch noch die restlichen ca. 25 Yard bis in die Leipziger Endzone ohne von den Verteidigern noch eingeholt werden zu können. Auch diesmal glückte der Zusatzversuch mit einem Pass in die Endzone auf Widereciever #10 Tobias Brettschneider. Beim Stand von 07:16 wechselten zum ersten Mal die Seiten.

Im 2. Quarter passierte den Leipzigern gleich der nächste Fumble, der diesmal von Defenseliner #51 David Moder gesichert wurde. Den nachfolgenden Drive konnten die Frankfurter erneut erfolgreich abschließen. Wieder ein langer Pass von Enrico Stiegemann, den Tobias Brettschneider in der Leipziger Endzone fing. Diesmal hatte jedoch auch der Leipziger Verteidiger beide Hände am Ball und beide Spieler hielten den Ball fest. Die Schiedsrichter entschieden in diesem Fall wie üblich zugunsten der Offense, so dass erneut ein Touchdown verbucht werden konnte. Mit einem kurzen Lauf in die Endzone durch Quarterback Enrico Stiegemann selbst beim Zusatzversuch stand es nun schon 07:24. Danach Schrecksekunde bei den Frankfurtern, verletzte sich doch Enrico Stiegemann bei seinem Lauf. Aber für solche Fälle steht mit Mannschaftsarzt Karsten Fischer, einem gelernten Unfallchirurgen, der erst vor kurzem zum Teamarzt der Deutschen Damen-Nationalmannschaft im American Football berufen wurde, noch ausreichend Kompetenz und mittlerweile 12-jährige Erfahrung bei der Betreuung der Footballer an der Seite, der nach intensiver Behandlung den Quarterback wieder fit bekommen konnte. Im restlichen Quarter wog das Spiel hin und her. Beide Mannschaften mussten sich regelmäßig per Punt vom Ball trennen. Leipzig fabrizierte den 3. Fumble des Spiels, der von Lineman #59 Carsten Hoff gesichert wurde. Im letzten Drive vor der Pause stand die Defense auf dem Feld und hier merkte man schon wie sich die Mannschaft gegenseitig hochpuschte, wollte man doch die sichere Führung mit in die Pause nehmen. An der Mittellinie konnten 3 Versuche der Leipziger abgewehrt werden und im 4. Versuch wurde so viel Druck auf den Quarterback aufgebaut, dass er schließlich gesackt werden konnte. Mit anschließendem Ballbesitz kniete man zur Pause ab.

Nach der Pause kam Leipzig mit enormen Druck auf das Feld. Die Verteidigung der Frankfurter hielt dagegen. Im ersten Drive konnte Leipzig zum Punt gezwungen werden. Herausragend hier wieder David Moder, der 2 Tackle und einen Quarterback-Sack anbringen konnte. Auch im nächsten Drive wurde der 4. Versuch der Lions an der eigenen 23-Yard-Linie von den Red Cocks erfolgreich abgewehrt. Im Gegenzug passierte Frankfurts Quarterback die einzige Interception an diesem Tag. Gleich im Gegenzug marschierte Leizigs Offense 60 Yard über das Feld und diesmal war man erfolgreich. Wieder ein langer Pass, der den Cornerback schlecht aussehen ließ, und mit dem Zusatzkick verkürzte man auf 14:24. Das Spiel wogte weiter hin und her bis in das 4. Quarter hinein. Beide Defensereihen dominierten. Die Frankfurter kämpften verbissen, um weitere Punkte und damit das Momentum auf Lepziger Seite zu verhindern. Die Frage war eigentlich nur, wie lange reicht die Kraft noch. Dann Mitte des 4. Viertels der Knackpunkt. Wieder begann ein Drive der Leipzig Lions nach einem Punt und einer Strafe gegen Frankfurt knapp hinter der Mittellinie in Frankfurts Hälfte. Drei Versuche waren abgewehrt. Der Pass im 4. Versuch wurde gefangen und hätte First Down bedeutet. Doch für die Schiedsrichter war der Reciever beim Fangen im Aus. Dies alles unmittelbar an der Teamzone der Leipziger. Es folgten heftige Proteste, offensichtlich irgendwann auch nicht mehr ganz feierlich. Jedenfalls gipfelte das Ganze mit einer Ejection (Spielausschluss) für Leipzigs #23 Rick Schneider, der damit für das nächste Spiel automatisch gesperrt sein würde. Die Frankfurter nun wieder in Ballbesitz bewegten mit viel Lauf abwechselnd durch Runningback #4 Ricardo Böhm und Quarterback Enrico Stiegemann den Ball bis zu gegnerischen 13-Yard-Linie. Hier besonders erwähnenswert der große Einsatz der durch Ausfälle teils neu formierten und durch Doppeleinsatz stark geforderten Offenseline, die immer wieder genug Freiräume für kurze Läufe ermöglichte. Auch wenn im 4. Versuch der Drive gestoppt wurde, so war doch genug Zeit verstrichen und Leipzig musste mit weniger als 2 Minuten auf der Uhr an der eigenen 13-Yard-Linie beginnen. Auch jetzt noch schaffte es die Defense, lautstark immer wieder angefeuert von der restlichen Mannschaft, viel Druck auf den Quarterback zu erzeugen, so dass dieser kaum einen gezielten Ball an den Mann bringen konnte. Letztendlich lief die Zeit aus, ohne dass noch nennenswerter Raumgewinn zugelassen wurde und der Sieg war nach 3 sieglosen Jahren in Leipzig perfekt.

Im Schlusshuddle zollte Headcoach Andy Reichel seinen abgekämpften Spielern großen Respekt. Zugleich warnte er aber vor zuviel Euphorie. „Wir haben heute erst die 2. Stufe der Saison-Leiter erklommen. Nächste Woche fängt alles wieder bei Null an.“ Dann kommen am 01. Juni pikanterweise die Leipziger gleich zum Rückspiel nach Frankfurt (Oder). Zwar werden die Frankfurter dann mehrere Rückkehrer ins Team haben, jedoch werden die Sachsen nicht so schnell beigeben, auf Revanche sinnen und den Sieg vom Vorjahr, als man in der letzten Minute mit einem Fieldgoal von #23 Rick Schneider mit 23:20 gewann, wiederholen wollen. „Sie sind weiterhin ein gleichwertiger Gegner, der der Mannschaft alles abverlangen wird“, ist sich Mannschaftsarzt und Präsident Karsten Fischer sicher. „Nur mit einer genauso kämpferischen und konzentrierten Leistung, gepaart mit viel Selbstdisziplin bei jedem einzelnen wird der Sieg am 01.06. in Frankfurt (Oder) zu wiederholen sein“. Wie er hofft auch die Mannschaft auf eine lautstarke und umfangreiche Unterstützung von den Rängen und lädt um 16 Uhr zum Kickoff in den Fritz-Lesch-Sportpark ein.

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Autor: Doc Fischer

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