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Mit der Sonne kam der Sieg

Nach zwei völlig verschiedenen Halbzeiten, was sowohl das Wetter als auch das Spiel betrifft, gewannen am Samstag die American Footballer der Frankfurt (Oder) Red Cocks in Cottbus bei den Crayfish mit 16:22 (03:00/13:06/00:08/00:08). Damit haben sie zwei weitere Punkte auf dem Konto und es selbst in der Hand, am letzten Spieltag im Heimspiel gegen die Potsdam Royals den Klassenerhalt in der Regionalliga Ost zu sichern. Dazu ist noch ein Punkt erforderlich, denn im direkten Vergleich mit den Cottbussern, der bei Punktgleichheit die Reihenfolge in der Tabelle bestimmt, liegen die Frankfurter nach der Heimspielniederlage am ersten Spieltag deutlich zurück. Auch der „Mitbewerber“ um den Abstieg, die Tollense Sharks, können noch mit einem Sieg im letzten Spiel gegen die Leipzig Lions bei gleichzeitiger Niederlage der Red Cocks nach Punkten mit Frankfurt gleichziehen und besitzen dann ebenfalls das bessere Punktverhältnis im direkten Vergleich. Die beiden Gegner am letzten Spieltag, Potsdam und Leipzig, wiederum streiten sich im Fernduell um den Meistertitel in der Regionalliga Ost und damit die Qualifikation für die Relegationsspiele um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Die Cottbus Crayfish und die Berlin Bears haben die Saison beendet. Cottbus kann sich dabei gemütlich zurücklehnen, kann ihnen auf Grund der Direktvergleiche mit Frankfurt und auch Neubrandenburg der mindestens 5. Platz nicht mehr streitig gemacht werden. Die Berliner werden in jedem Fall die Saison auf Platz 3 beenden. Also bleibt es wie gehabt in dieser Liga in diesem Jahr, Spannung bis zum Schluss und alles ist möglich.

Genauso spannend war auch wieder die letzte Partie der Roten Hähne. Zunächst begann das Spiel mit 40 Minuten Verzögerung, da Frankfurt von den Cottbussern nicht über die Trikotfarbe informiert worden war und erst durch Spielereltern das Ausweichtrikot herangebracht werden musste. Dann prasselte ein heftiger Regen mit kleinem Gewitter vor dem Spiel hernieder, der zwar im weiteren Verlauf aufhörte, jedoch blieb es zunächst ziemlich kalt. Kalt erwischt wurden auch die Hähne im ersten Spielzug (Drive). Nach dem Kickoff der Krebse wurde gleich im 3. Lauf durch Runningback #10 Thomas Felgentreu nach einem schönen Lauf aber zangenartigem Doppeltackle der Verteidiger der Ball fallen gelassen (Fumble), so dass noch in Frankfurts Hälfte Cottbus zum Zuge kam. Das Team aus Cottbus um den ehemaligen Frankfurter Spieler Michael „Mikele“ Giesecke ließ sich nicht lange bitten und schloss ihren Spielzug mit einem erfolgreichen Fieldgoal zum 03:00 ab. Im nächsten Drive warf Quarterback #21 Alexander „Ali“ Philipp eine Interception, so dass Cottbus erneut durch einen Fehler der Hähne in Balbesitz kam. Es folgte ein langer Drive, der letztendlich zu Beginn des 2. Quarters mit einem Touchdown-Lauf über 15 Yard abgeschlossen wurde. Mit dem erfolgreichen Zusatzkick stand es somit 10:00. Genau wie vor einer Woche begann eine Aufholjagd der Red Cocks. Zunächst gelang bereits im Anschlussdrive nach schnellem Überbrücken des Spielfeldes mit einem Lauf durch Ali Philipp der Anschluss zum 10:06. Der Zusatzkick von Thomas Felgentreu wurde geblockt. Doch die Crayfish konnten kontern. Nach zwischenzeitlich ausgespielten 4. Versuch mittels Pass wurde der gesamte Drive erneut mit einem Pass erfolgreich abgeschlossen. Da der Zusatzversuch missglückte blieb es beim 16:06. Ein Konter der Frankfurter gelang vor der Pause nicht mehr und so blieb es bei diesem Stand.

Nach der Pause kam dann endlich auch die Sonne heraus und mit ihr konnte sich nicht nur der Coaching und Medical Staff der Frankfurter aufwärmen, sondern man konnte sich auch am Spiel der eigenen Mannschaft erwärmen. Auch die Frankfurter Zuschauer feuerten ihre Mannschaft immer mehr an. Die Coaches hatten ganz offensichtlich in der Halbzeitansprache die richtigen Worte gefunden und die passenden Umstellungen im Team vorgenommen. Insbesondere die Defense lief zu Hochform auf. Im 3. Quarter gelang Cottbus bei zweimaligem Ballbesitz kein eigenes First Down und man musste sich zweimal mit einem Befreiungsschlag (Punt) vom Ball trennen. Auch die Offense der Frankfurter taute jetzt richtig auf. Zwar gelang im 1. Drive nach der Pause das Ausspielen des 4. Versuches nicht, jedoch wurde mit einem guten Mix aus Läufen durch Fullback #48 Carsten Hoff sowie Quarterback Alexander Philipp und verschiedenen Pässen der 2. Drive erfolgreich mit einem langen Pass auf Widereciever #20 Tobias Brettschneider abgeschlossen. Auch der anschließende 2-Punkte-Versuch (Two-Point-Conversion) wurde mit einem Pass auf #25 Ronny Koschwitz in der Endzone beendet, so dass es nun 16:14 stand. Ende des 3. Quarters ermöglichte eine 15-Yard-Strafe gegen Frankfurt den Cottbussern ein First Down. Doch gleich die anschließenden Versuche zeigten, wie hellwach die Defense und wie verunsichert der Cottbusser Angriff war. So musste der Spielzug am Anfang des 4. Quarters mit einem Punt beendet werden und der Frankfurter Angriff begann an der eigenen 6-Yard-Linie. Erneut folgte ein durch den Offense Coordinator Ulrich Jobst schön inszenierter Mix aus Pass und Lauf. Auch durch eigene Strafen ließ man sich nicht beirren. Die Offense Line leistete hervorragende Arbeit, so dass Carsten Hoff zum krönenden Abschluss unberührt in die Cottbusser Endzone marschierte. Auch der Zusatzversuch brachte nach Pass auf Ronny Koschwitz 2 weitere Punkte. Jetzt führte man 16:22 bei gut 1 Minute Spielzeit. Der nachfolgende Kickoff konnte vom Cottbusser Returner nur schwer unter Kontrolle gebracht werden. Die Zeit reichte für Defense Back #88 Marcus Sonntag ihn zu erreichen und mit einem gelungenen Tackle an der eigenen 10-Yard-Linie zu Fall zu bringen. Dadurch war es ein weiter Weg für die Cottbusser Krebse. Zwar wurden nochmals 2 First Down erzielt und man kam bis an die Mittellinie. Doch die Defense um den immer wieder blitzenden Oldie-Linebacker #59 Thomas Seifert machte enormen Druck auf den amerikanischen Quarterback, so dass dieser die letzten Versuche nicht mehr so präzise werfen und damit erfolgreich die Reciever bedienen konnte. Letztendlich lief die Uhr aus und der Sieg war perfekt.

Im Abschlusshuddle betonte dann auch Ulrich Jobst, dass der Sieg vor allen Dingen das Ergebnis einer deutlichen Leistungssteigerung nach der Halbzeitpause gepaart mit einer tollen Moral und vor allem einer außergewöhnlichen Disziplin im Team gewesen ist. Auch Quarterback Alexander Philipp und Fullback Carsten Hoff lobten nochmals den „Bombenjob“ der Offense Line, die viele Lauf-Yards und Zeit für viele gelungene Pässe ermöglichte. Nun gilt es diesen Sieg zu vergolden und im letzten Spiel den Verbleib in der Liga zu sichern.

eingetragen am: 05.09.2010 22:56 Uhr
geschrieben von: Red Cocks Quelle: Fotos: Bernd Pflughöft

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