Red Cocks Head Coach Andy Reichel und Präsident Karsten Fischer haben nach dem Regionalligaspiel der American Footballer gegen die Leipzig Lions vor ihrer Mannschaft symbolisch den Hut gezogen. Und das trotz einer 13:12-Auswärtsniederlage (00:06/00:00/13:06/00:00). Diese Anerkennung haben sich die Roten Hähne redlich verdient, waren sie doch mit gerade mal 25 gemeldeten Spielern am Rande der Spielfähigkeit. Zusätzlichen Stress vor dem Spiel bereitete ein durch die Passstelle des Verbandes unvollständig ausgefüllter Pass für Center Matthias Böhm. Durch intensive Telefonate konnte das Problem geklärt werden, so dass es mit einer halben Stunde Verzögerung los ging. Gegenüber standen 40 hochmotivierte und ausgeruhte Lions-Spieler mit 5 Wochen Spielpause, die die Hinspielniederlage (21:07 in Frankfurt) natürlich ausbügeln wollten. Die Frankfurter kamen dagegen mit insgesamt 9 berufsbedingten Ausfällen, dazu 2 Verletzten aus dem Spiel der letzten Woche, 2 Langzeitverletzten, einem gesperrten Spieler und dem Abgang von Defensecaptain und Safety #3 Christoph Graf, der aus Studiengründen für ein halbes Jahr in die USA gegangen ist. So mussten es die übrigen und vor allem auch die jungen und teils unerfahrenen Spieler richten. Nach der Lehrstunde am letzten Wochenende in Potsdam zeigte sich jedoch bald, dass insbesondere das unerfahrene Backfield sich deutlich steigern konnte. Dazu gingen einige der erfahrenen Hasen bis an die Grenze des Belastungsvermögens, allen voran Runningback #21 Alexander Philipp, auf dem auch die absolute Hauptlast des Angriffsspiels lastete. Besonders hervorzuheben auch die teilweise doppelt in Angriff und Verteidigung eingesetzten Spieler, wie Linebacker/Tight End #4 Daniel Stechbarth, Safety/Runningback/Widereciever #2 Max Görrsdorf und Liner #54 Sebastian Schäfer. In der Summe jedoch eine geschlossene Mannschaftsleistung, wobei auffällig eine hohe Teamdisziplin war. Kein Meckern, keine Schuldzuweisungen und insgesamt nur 6 Strafen, wovon allerdings 3 in den letzten Minuten passierten, als man dann Alles-oder-Nichts spielte. Auch die Leipziger verursachten nur 2 Strafen und trugen damit zu einem äußert fairen aber trotzdem kampfbetonten Spiel bei. Allemal sehenswert und spannend für die Zuschauer.
Zu Spielbeginn starteten die Roten Hähne mit dem Kickoffreturn und einem langen Drive von der eigenen 38-Yard-Linie beginnend. Krönender Abschluss ein Lauf über 9 Yard durch Alexander Philipp in die äußerste linke Endzone zur Führung von 00:06. Der anschließende Zusatzkick misslang, da der lange Snap (Anspiel des Balles) zu hoch war. Auch der Versuch von Holder #21 Alexander Philipp einen Pass in die Endzone anzubringen und damit noch 2 Zusatzpunkte zu ermöglichen, gelang nicht. Letztendlich erwiesen sich die Longsnaps durch Quarterback #7 Patrick Krüger als die spielentscheidenden Faktoren. Bei beiden Zusatzkicks sowie einem Fieldgoal-Versuch gerieten sie zu hoch und konnten nicht exakt genug für den Kicker #59 Thomas Seifert aufgelegt werden. Trotzdem machte Patrick Krüger als Quarterback erneut ein solides Spiel und führte die Offense mehrere Male kontinuierlich über das Feld. Besonders auch in diesem Spiel erwies es sich, dass der Wechsel des Quarterbacks in der Saison die richtige Entscheidung war und insbesondere der Topscorer der Frankfurter #21 Alexander Philipp mehr Spielraum hatte.
Den ersten Drive der Leipziger konnte die Frankfurter Defense im 4 .Versuch an der eigenen 4-Yard-Linie abwehren und kam so erneut in Ballbesitz. Kurz danach endete bereit das 1. Viertel. Das 2. War geprägt durch ein hin und her wogendes laufbetontes Spiel. Highlight aus Frankfurter Sicht eine Interception durch Safety #2 Max Görrsdorf, der damit das eigene Team an der eigenen 18-Yard-Linie in Ballbesitz brachte. Wieder marschierte die Offense bis weit in die gegnerische Hälfte, u.a. mit einem 50-Yard-Lauf von Alexander Philipp. In den letzten 2 Minuten des Spiels war man dann bis 5 Yard an die Endzone der Leipziger gelangt. Eine Holdingstrafe warf die Hähne jedoch zurück und außerdem lief jetzt die Zeit davon. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff dann der Versuch eines Fieldgoals, der jedoch durch den bereits erwähnten unpräzisen Longsnap nicht verwandelt werden konnte.
Die 2. Halbzeit begann gut für die Frankfurter, der angeschnittene Kickoff von Thomas Seifert prallte von einem Leipziger Spieler ab und konnte von Max Görrsdorf gesichert werden. Im nachfolgenden Drive musste man sich jedoch recht schnell mit einem Punt von Punter #89 Tobias Brettschneider vom Ball verabschieden. Der Punt wurde bis etwa in Höhe der Mittellinie zurückgetragen. Und dann schlugen die Löwen zu. Ein Lauf von knapp 50 Yard in die Frankfurter Endzone brachte den Ausgleich und der erfolgreiche Zusatzkick die 07:06-Führung. Doch die Hähne konterten. Nach dem Kickoffreturn an die eigene 31-Yard-Linie und einem kurzen Lauf durch Ali Philipp kam ein sehr schöner langer Pass auf Widereciever #89 Tobias Brettschneider bis 29 Yard vor die gegnerische Endzone. Den restlichen Weg überbrückte man mit Läufen, abgeschlossen erneut durch Alexander Philipp aus 1 Yard Entfernung. Der Zusatzkick misslang erneut und so blieb es beim zwischenzeitlichen 07:12. Doch die Dramatik nahm zu. Leipzig ließ sich nicht lumpen und konterte ebenfalls. Von der eigenen 40-Yard-Linie beginnend war man mit 3 Läufen und einem zwischenzeitlichen langen Pass in der Endzone der Frankfurter und erhöhte auf 13:12. Der Zusatzkick ging links daneben und so blieb es bei dem einen Punkt Vorsprung. Wieder der Versuch des Konters. Nach mehreren Läufen und dem letzten Quarterwechsel musste man sich per Punt vom Ball trennen. Die Defense zwang auch die Leipziger zum punten. Doch statt den Ball mit einem Faircatch an der eigenen etwa 25-Yard-Linie zu sichern, ließ Returner Alexander Philipp den Ball durch, der dann allerdings bis 4 Yard vor die eigene Endzone rollte. Nun war der Weg noch länger zurück. Zusätzlich verletzte sich der gleiche Spieler 2 Läufe später am Sprunggelenk. Mannschaftsarzt Karsten Fischer gelang es zwar ihn in kürzester Zeit wieder fit zu bekommen, doch zwischenzeitlich konnte der Drive nicht aufrecht erhalten werden und man musste wieder punten. Wieder hielt die Defense der Frankfurter mit hohem Einsatz und am Rande der Erschöpfung dem Leipziger Angriff stand und dieser musste den Ball 2 Minuten vor Ende an Frankfurt abgeben. Mit dem Mute der Verzweiflung und vollem Risiko versuchte die Offense knapp hinter der Mittellinie beginnend wenigstens in Reichweite eines Fieldgoals zu kommen. Doch eine Holdingstrafe warf die Angreifer zurück und der letzte Versuch eines langen Passes landete in den Armen eines Leipziger Verteidigers. Jetzt gab der Leipziger Angriff den Ball nicht wieder ab und konnte letztendlich abknien.
„Dieses Spiel hat gezeigt, dass die Red Cocks noch lange nicht abgeschrieben sind. Wir haben noch 3 Spiele und davon 2 Heimspiele. Jetzt stehen 3 Wochen Pause zur Regeneration und zum Auskurieren der vielen kleineren Verletzungen an. Dazu kann dieser Zeitraum für weiteres intensives Training und zum Feilschen an den Schwachstellen genutzt werden. Die Mannschaft hat sich nach dem Spiel nochmals eingeschworen, bis zum Letzten zu kämpfen um den Abstieg zu verhindern. Auch wenn 3 Siege dazu Pflicht sind, so ist dies nicht unmöglich. Vom Leistungsstand her ist keiner der Gegner besser als wir. Mit der letzten Leistung, mannschaftlicher Geschlossenheit, vollem Teamroster und vor allem der zurück gewonnenen Disziplin ist das zu schaffen. Dazu erhielt der Head Coach Andy Reichel unter der Woche das vollste Vertrauen des Vorstandes ausgesprochen. Wir möchten die vorgesehene langfristige Zusammenarbeit unbedingt zusammen weiter fortzusetzen“ lautet dann auch das Fazit vom Vereinspräsidenten und Mannschaftsarzt Karsten Fischer. |