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Knoten geplatzt, Tabellenspitze erkämpft

Im Spitzenspiel der Regionalliga Ost gewannen die einheimischen American Footballer der Frankfurt (Oder) Red Cocks gegen Dauerrivalen Leipzig Lions mit 21:07 (00:00/08:07/00:00/14:00). Damit bleibt der langjährige Heimnimbus gewahrt, denn Leipzig konnte noch nie in Frankfurt gewinnen. Es war ein hart erkämpfter Sieg, der durch eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zu den vorherigen Spielen und auch noch im Spiel selbst zu Stande kam. Das Wichtigste aber fasste Offense Coordinator Ulrich Jobst zusammen: „Das ganze Team hat gewonnen.“

Dabei sah es danach lange nicht aus. Allein in der 1. Halbzeit fabrizierten die Red Cocks 3 Fumble (Fallenlassen des Balles), von denen nur einer gesichert werden konnte. Auch die Lions waren davor nicht gefeit. Gleich im 1. Spielzug nach dem Kickoff der Frankfurter bis tief in die Leipziger Hälfte, ließ der gegnerische Runningback den Ball fallen, der von Linebacker #59 Thomas Seifert an der gegnerischen 15-Yard-Linie gesichert wurde. Dieses „Begrüßungsgeschenk“ nahmen die Hähne aber nicht an, denn Fullback #48 Carsten Hoff ließ im 4. Versuch an der 7-Yard-Linie das Spielgerät ebenfalls fallen und die Leipziger eroberten den Ball zurück. Nach diesem Missgeschick konnte sich aber speziell der Frankfurter Fullback als Nachfolger des legendären Andi „Kanone“ Lange vor allem im Vergleich zum Neubrandenburg-Spiel deutlich steigern und eine eindeutig verbesserte Lauftechnik präsentieren, die die Offense immer wieder etliche Yards nach vorn brachte. Head Coach Andy Reichel würdigte im Abschlusshuddle dies auch mit den Worten: „das Training hat sich gelohnt“. Und zeigte damit exemplarisch für alle Spieler auf, wie wichtig und erfolgreich ein intensives und zielgerichtetes Training sein kann. Das ist in diesem Jahr auch gut machbar, steht doch ein jetzt 3-köpfiges Coaching-Team mit Andy Reichel, Ulrich Jobst und Helge Schultz zur Verfügung, dass wesentlich individuellere Trainingseinheiten ermöglicht.

Doch zurück zum Spiel. Das 1. Quarter und die erste Hälfte des 2. Quarters dominierten die Verteidigungsreihen auf beiden Seiten und man neutralisierte sich. Mitte des 2. Quarters kam dann langsam Unruhe ins Team und Undiszipliniertheiten schlichen sich ein. Die Löwen aus der Messestadt brauchten nicht viel zu tun um nach vorn zu kommen. Mehrere Strafen der Frankfurter halfen ihnen dabei. Dann war der Widereciever der Leipziger den ansonsten gut aufgelegten Frankfurter Cornerbacks entwischt, fischte einen langen Pass aus der Luft und trug ihn noch bis zur 6-Yard-Linie der Frankfurter. Weitere 3 Versuche brauchten die Lions bis zur 1-Yard-Linie und im 4. Versuch folgte fast unvermeidlich der Quarterback Sneak. Ob in einem Knäul von ca. 15-18 Spielern der Ball wirklich über die Goalline gebracht wurde, lässt sich ohne Fernsehbeweis wohl kaum eindeutig klären. Jedoch entscheiden müssen die Schiedsrichter und die ansonsten aufmerksame und zum Teil mit viel Fingerspitzengefühl agierende Crew gab den Touchdown für Leipzig. Nach dem erfolgreichen Zusatzversuch stand es damit 00:07. Doch Frankfurt konterte. Der Kickoff von Leipzig wurde bis zur Mittellinie zurück getragen. Die Offense marschierte mit Läufen. Und dann kam der finale Pass auf Widereciever #7 Patrick „Stummel“ Krüger, der den Spielzug erst in der Endzone beendete. Gleich darauf überraschte der gleiche Spieler , von der Statur in dieser Position eher untypisch, als Longsnapper (Anspieler des Balles für Schußversuche). Der Ball war zwar zu kurz und sprang vom Boden in die Höhe. Jedoch Kicker #3 Christoph Graf reagierte blitzschnell, fing den Ball und rannte mit ihm erneut in die Enzone. Damit gab es 2 Zusatzpunkte für diese Two-Point-Konversion und die Red Cocks konnten die knappe Führung von 08:07 bis in die Halbzeit retten.

Im 3. Quarter wogte das Spiel erneut hin und her ohne das wirkliche Raumgewinne auf beiden Seiten verbucht werden konnten. Und wie schon zu Beginn raufte sich Head Coach Andy Reichel die Haare und „kommentierte“ lautstark auf seine Weise die Aktionen seine Mannschaft: „könnt ihr nicht auf den Ball gucken“ oder „haltet den sch… Ball endlich fest“. Das schon fast resignierende „ich fass das alles nicht“ schien seine Jungs dann aber doch aufzuschrecken. Nach einem Lauf durch Quarterback #21 Alexander „Ali“ Philipp war man bis rund 30 Yard an die Leipziger Endzone herangekommen. Nach dem letzten Wechsel folgte aus etwa dieser Entfernung ein Field Goal-Versuch, der von Leipziger Seite geblockt werden konnte. Im Gegenzug hatten auch die Leipziger die Chance zu punkten, doch ihr Field Goal-Versuch ging links neben die Torstangen. Das war endlich die Initialzündung für die roten Hähne. Die Offense marschierte wieder. Das Spiel wurde variabel und in die Breite gezogen. Begünstigend kamen 2 Personal Fouls von Leipziger Spielern hinzu, die 30 Yards Raumgewinn zusätzlich brachten. Bei ca. 20 Yard vor der Endzone gelang dann der entscheidende Lauf von Runningback #31 Christian „Grille“ Göge, der sich wie gewohnt durch die Abwehrreihen schlängelte und erst in der Endzone wieder stehen blieb. Auch der Zusatzkick war erfolgreich und plötzlich führte man 15:07. Das engagierte Publikum, dass die Mannschaft die gesamte Zeit gut unterstützte, war wieder hell wach. Anerkennung war zu hören: „kommt Red Cocks, ihr macht das gut“. Die Defense war jetzt wieder gefragt. Und unter lautstarker Anfeuerung, „kommt Männer, das Spiel ist noch nicht zu Ende“, hielt sie in der eigenen Hälfte 4 Versuchen der Leipziger stand. Zwei Minuten vor Spielende kam die Offense nochmal an die Reihe und endlich schien der Knoten geplatzt. Mit einem vom Offense Coordinator variabel gecoachten Spiel wurde ein zügiger Drive fast über das gesamte Feld hingelegt. So war endlich das Spiel zu sehen, was man sich die gesamte Saison schon gewünscht hat. In der Red Zone (bis 20 Yard vor der Endzone) der Lions gelang in eine große Lücke der Verteidigung ein Pass auf #7 Patrick Krüger, der ihn dann sicher bis in die Enzone trug. Sein nachfolgender Snap zum Zusatzversuch war zwar zu hoch, aber Holder #21 Alexander Philipp nahm die Gelegenheit und versuchte noch einen Pass auf Widereciever #25 Ronny Koschwitz, der den Ball kurz vor der Goalline leider nicht festhalten konnte. So blieb es beim letztendlich verdienten 21:07 und alle 3 Coaches erhielten als „Belohnung“ die unfreiwillige Wasserdusche der Spieler zum Gaudi von Publikum und Mannschaft.

Parallel zum Spiel in Frankfurt gewannen die Tollense Sharks in Cottbus mit 08:03. Aus diesem Grund sind die Red Cocks erstmals in dieser Saison Tabellenführer. Diesen Platz gilt es in 2 Wochen beim Auswärtsspiel in Neubrandenburg zu behaupten.

Scoring:
# 7 Patrick Krüger 12 Punkte
# 31 Christian Göge 6 Punkte
# 3 Christoph Graf 3 Punkte

eingetragen am: 23.06.2010 10:42 Uhr
geschrieben von: Red Cocks

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