Die Eröffnung der Regionalligasaison 2010 ging für die American Footballer der Frankfurt (Oder) Red Cocks voll daneben. Mit einem 14:28 (06:14/02:00/00:14/06:00) unterlag man dem Brandenburger Rivalen Cottbus Crayfish im ersten regulären Saisonspiel auf dem neuen Ausweichplatz am Buschmühlenweg 155. Die anwesenden Zuschauer erlebten eine enttäuschende aber auch verdiente Niederlage. Der Zwischenruf eines Zuschauers „Ihr macht hier keinen Schönheitsschlaf!“ fasste den allgemeinen Unmut recht prägnant zusammen. Zu viele individuelle Fehler, gepaart mit einigen Pannen und sicherlich auch Pech bei Schiedsrichterentscheidungen kennzeichneten das Frankfurter Spiel. Seitens der Offense wurde ein eher hausbackenes Spiel gezeigt. Es gelang nicht, das sonst so erfolgreiche Laufspiel entscheidend zu etablieren. Die Cottbusser Verteidigung hatte sich frühzeitig gut darauf eingestellt. Richtig zu überraschen war sie nur mit einigen Pass- und Trickspielzügen, nur wurden diese zu selten konsequent gespielt. Auch die Defense hatte nicht den allerbesten Tag erwischt. Besonders der kurzfristige Ausfall von Cornerback Michael Mader machte sich bemerkbar. Immerhin 3 der 4 Touchdowns auf Cottbusser Seite wurden durch lange Pässe erzielt.
Insgesamt war eine relativ hohe Rate an Ballverlusten (Turnover) durch Fallenlassen des Bales (Fumble) und abgefangene Fälle (Interception) zu verzeichnen. Davon waren auch die Krebse aus der Lausitzmetropole betroffen. Im Unterschied zu den Roten Hähnen gelang es ihnen jedoch aus den Frankfurter Ballverlusten mehr Kapital zu schlagen und diese zu Punkten zu verwerten.Bezeichnend dafür gleich der Eröffnungs-Kick Off. Ein Spieler des Frankfurter Returnteams lässt den Ball abprallen, er wird von Cottbusser Spielern weit in der Frankfurter Hälfte gesichtert und der anschließende Spielzug brachte per Pass gleich die Führung für die Crayfishs mit 00:07 nach erfolgreichem Zusatzkick. Im Gegenzug konnten die Red Cocks ihren Drive mit einem langen Ball von Quarterback #21 Alexander Philipp auf Widereciever #20 Tobias Brettschneider in der Endzone des Gegners abschließen. Da der Zusatzkick (PAT) misslang stand es 06:07. Doch die Crayfishs zeigten ihr nach dem Auftaktsieg gegen Potsdam vorhandenes Selbstbewusstsein und konterten umgehend. Erneut wurde mit einem langen Pass ein Touchdown erzielt zum zwischenzeitlichen 06:14. Das weitere 1. und das überwiegende 2. Quarter wurde geprägt durch viele Ballwechsel per Befreiungsschlag (Punt) oder Ballverluste durch Fumble. Pech hatten dabei die Hähne als ein weiter Punt in der Hälfte des Gegners nicht gesichert werden konnte und ihnen die erneute Balleroberung gelungen ist. Leider hatte ein Schiedsrichter zu früh abgepfffen, so dass der Punt wiederholt werden musste. Richtig munter wurden die Zuschauer erst zum Ende der 1. Halbzeit. „Jetzt geht’s endlich los“ war zu hören, als die Defense endlich mal reichlich Druck auf die Linie der Cottbusser bringen konnte und prompt Fehler provozierte. Zweimal misslang der Snap zum Quarterback und so konnte dieser unter Druck der heranstürzenden Verteidiger den Ball nur in der eigenen Endzone sichern. Das bedeutet ein Safety und brachte der Frankfurter Mannschaft 2 weitere Punkte auf das Scoreboard. Der anschließende Freekick von Cottbus war nur kurz und #42 Jens Abraham konnte den Ball beinahe fangen. Da er dabei behindert wurde, entschieden die Unparteiischen auf Passbehinderung (Pass interference) und Frankfurt erhielt bei ca. 40 Yard und rund 2 Minuten zu spielen den Ball. Sofort waren auch die Zuschauer da und feuerten ihre Mannschaft an. Diese trug den Ball bis zur 3-Yard-Linie … und konnte dann doch nicht zum Touchdown vollenden bei auslaufender Spielzeit in der 1. Hälfte. Was wäre wenn … an dieser Stelle doch noch 6 Punkte gelungen wären. Allein das 3. Quarter schaffte klare Verhältnisse. Die Pleitenserie setzte sich mit einer Interception durch Ali Philipp fort. Im darauffolgenden Gegenzug vollendete Cottbus nach einem langen Drive mit einem Lauf in die Endzone und anschließenden PAT zum 08:21. Auch der Weckruf eines Frankfurter Spielers an seine Mitspieler, „wir sind doch keine Anfänger“, verfehlte seine Wirkung. Nach erneutem Pass über ca. 60 Yard gelang dem amerikanischen Import auf Cottbusser Seite (#81 Dan Souder) der Ausbau der Führung auf 08:28. Auffällig dabei wiederholt die Unterlegenheit Einiger der Red Cocks hinsichtlich Schnelligkeit und Spritzigkeit.
Das 4. Quarter wogte wie schon das 2. zunächst hin und her. Mit zunehmender Spielzeit kam dann noch der Frust über die drohende Niederlage hinzu. Nach einer Frankfurter Interception wurde zwar der Ball nach vorn bewegt. Aber im 3. Versuch als Angreifer ein persönliches Foul gegen den Gegner zu begehen und damit einen Punt zu provozieren, muss schon als wenig clever eingeschätzt werden. Da hat insgesamt die Frankfurter Mannschaft im letzten Jahr schon wesentlich disziplinierter ausgesehen. Trotzdem muss gesagt werden, dass im 4. Quarter die Drives besser als in der 1. Hälfte waren und so wurde man letztendlich nach einem solchen mit einem weiteren Touchdown belohnt. Diesen erlief Alexander Philipp in seiner unnachahmlichen energischen Art selbst. Die nachfolgende Two-Point-Conversion misslang jedoch und es blieb beim 14:28. Doch plötzlich witterten Spieler und Zuschauer Morgenluft und es wurde nocheinmal laut im Buschmühlenweg. Gleich nach den Punkten überraschten die Frankfurter Spieler mit einem ungewöhnlich ausgespielten sogenannten Onside-Kick. Doch leider versagten erneut die Schiedsrichter den Ballbesitz, da ein Hähne-Spieler angeblich innerhalb der ersten 10 Yard nach dem Anstoßpunkt den Ball schon berührt haben soll. Da dies nicht gestattet ist, erhielten die Crayfishs den Ball quasi geschenkt. Doch auch die Defense war nochmal hellwach. Cottbus wurde zum Punt gezwungen. Danach einer der besten Spielzüge der Frankfurter an diesem Tage. „Es geht doch“, war auch sofort von Rängen zu vernehmen, als ein langer Pass von Quarterback Alexander Philipp auf Widereciever #84 Oliver Dietze rund 70 Yard Raumgewinn brachte. Und plötzlich stand man knapp 2 Minuten vor Ultimo 10 Yard vor der Endzone des Gegners. Passend zu diesem Tag dann der letzte Spielzug der Red Cocks. Auch Routinier #31 Christian Göge wurde von der Pleitenserie nicht verschont und fumbelte den angespielten Ball zum gut vorbereiteten Laufspielzug. Die aufmerksamen Cottbuser konnten den freien Ball sichern und ließen dann die Uhr auslaufen zu einem verdienten Sieg, der ihnen erstmal die deutliche Führung in der Tabelle der Regionalliga Ost einbrachte.
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