Mit einer Auswärtsniederlage von 28:16 beim Aufsteiger Berlin Bears mussten die Red Cocks am Samstag ihre Heimreise in die Oderstadt antreten.
Aus Verletzungsgründen hatte man auf den anfänglichen Einsatz von Quarterback Tobias Brüning und Runningback Alexander Philipp verzichtet. Dies kann man aber nicht als den ausschlaggebenden Punkt für die Niederlage nennen. Das Team als Ganzes und der größte Teil der Spieler waren im Vergleich zur Vorwoche auf dem Spielfeld nicht wiederzuerkennen. Vielmehr musste man sich die Frage stellen, ob es wirklich die gleichen Akteure vom letzten Spiel gegen die Magdeburg Virgin Guards waren. Man kann höchstens vermuten, dass der Berliner Kunstrasenfaktor ausschlaggebend war. Eine ähnlich schlechte Leistung boten die Red Cocks nämlich im Jahr 2007, als man gegen die Berlin Rebels auf dem Kunstrasenbelag der Berlin Thunderbirds verlor und im damaligen Berlin/Brandenburg-Derby nur ein First Down erzielte.
Die Red Cocks kamen mit Ihrer Offense in die Partie und schafften es auch gleich notwendigen Raumgewinn zu erzielen. Doch im fünften Spielzug warf Ersatz-Quarterback Alexander Beutling den Ball direkt in die Arme des Verteidigers, der den Berliner Angriff an der Mittellinie ins Spiel brachte. Was man dann erlebte, vermittelte den Eindruck, dass die Frankfurter Verteidigung das schnelle Laufen oder Tackeln verlernt hatte. Dem gegnerischen Quarterback gelang es in drei Spielzügen die Frankfurter Endzone zu erobern. Mit einem erfolgreichen Zwei-Punkt-Versuch waren die Bears schnell mit 08:00 in Führung gegangen. Im zweiten Anlauf des Frankfurter Angriffes gelang es den Oderstädtern mit mehreren Pässen und Läufen über das Feld zu marschieren. Den erfolgreichen Abschluss setzten Ersatz-Runningback Patrick Krüger mit einem Touchdown-Lauf und Wide-Receiver Daniel Vöhringer mit einem erfolgreichen Zwei-Punkt-Versuch per Pass und glichen somit die Partie aus.
Im zweiten Viertel konnte die Frankfurter Verteidigung die Angriffsbemühungen der Bears in Schach halten. Jedoch sorgten sie gleichzeitig mit einige unnötige Aktionen dafür, dass der Gegner erheblichen Raumgewinn erzielte oder neue Angriffsversuche erhielt. Dem Red Cocks Angriff gelang es im Gegenzug nicht, eine gute Field-Goal-Position in Punkte umzusetzen. Letztendlich ging es mit 08:08 in die Halbzeit.
Den besseren Start in die zweite Halbzeit hatten die Red Cocks. Nachdem die Defense im Anschluss an den Kick-Off den Ballbesitz an die Red Cocks zurückholte, waren es wieder gute Pass- und Laufspielzüge, die für den notwendigen Raumgewinn und gute Ausgangspositionen sorgten. Doch wurde der erfolgreiche Abschluss des Drives durch einen Ballverlust zwischen dem Center und Quarterback kurz vor der Endzone der Bears auf Grund von Abstimmungsproblemen zu Nichte gemacht. Beim nächsten Spielzug des Gegners schlief die Frankfurter Verteidigung und ließ einen Raumgewinn von mehr als 60 Yards zu. Vier Spielzüge später fielen die Red Cocks bei einem Field-Goal-Versuch auf einen Trickspielzug herein, was die Berliner eiskalt zum Punktgewinn ausnutzten. Nach missglücktem Zusatzversuch stand es zwischenzeitlich 14:08. Wieder war es der Frankfurter Angriff, der kurzfristig erwachte und mit einem erneuten Lauf-Touchdown von Patrick Krüger die Partie ausglich und nach einem erfolgreichem Zwei-Punkt-Versuch ebenfalls durch Patrick Krüger die Red Cocks erstmalig in Führung mit 14:16 brachte. Wer jetzt dachte, dass die Red Cocks die Wende im Spiel erzielt haben, wurde bitter enttäuscht.
Nur wenige Augenblicke später war die Frankfurter Verteidigung wieder geschlagen und die Red Cocks lagen wieder mit 21:16 hinten. Die erneute Hoffnung auf die Frankfurter Offense wurde schnell wieder zerstört, als der ansonsten sehr gute Patrick Krüger im zweiten Spielzug den Ball verlor und die Bears wieder ins Spiel brachte. Mit rund neun Minuten auf der Uhr hatten die Red Cocks noch ausreichend Zeit den Ball zurückzuholen und mit erneuten Punkten der Offense wieder in Führung zu gehen. Sehr gute Aktionen der Frankfurter Verteidigung wurden allerdings durch unnötige Strafen wieder zerstört und verhalfen den Berliner nur zum notwendigen Zeit- und Raumgewinn. So war es auch kein Wunder, dass die Bears mit einem weiteren Touchdown rund 2 Minuten vor Spielende den sicheren Sieg beschließen konnten.
Zusammenfassend muss man sagen, dass sich die roten Höhne an diesem Tag selbst geschlagen haben. Der sehr gut aufspielende Gegner, der immer wieder mit Trickspielzügen und sehenswerten Aktionen zu gefallen wusste, nahm die Gastgeschenke dankend an und setzte sie konsequent in Punkte um. Damit sind die Frankfurter zur Erreichung ihres Saisonziels, die Regionalligameisterschaft, auf Schützenhilfe anderer Mannschaften angewiesen. Voraussetzung ist außerdem ein Sieg gegen Magdeburg in 2 Wochen und ein Sieg im nächsten Spiel gegen Neubrandenburg in der kommenden Woche. Dies dürfte mit einigen angeschlagenen Spielern und vor allem dem längeren Ausfall von Top-Scorer Alexander Philipp auf Grund einer Bandverletzung nicht einfacher werden. Eine deutliche Leistungssteigerung etlicher Akteuere ist dazu unbedingt erforderlich. |